Spurwechsel


  1. Ø 4
   2002

Spurwechsel: Nachdenklicher Moralthriller um zwei grundverschiedene Männer, die zu erbitterten Feinden werden.

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Filmhandlung und Hintergrund

Spurwechsel: Nachdenklicher Moralthriller um zwei grundverschiedene Männer, die zu erbitterten Feinden werden.

Wall-Street-Anwalt Banek (Ben Affleck) und der Versicherungsangestellte Gibson (Samuel L. Jackson) sind beide auf dem Weg zu jeweils äußerst bedeutsamen Gerichtsentscheidungen, als das launische Schicksal ihre Fahrzeuge miteinander kollidieren lässt. Zwar gelingt es Banek, den zu Recht verzweifelten Gibson brutal abzuwimmeln und rechtzeitig die Verhandlung zu erreichen, doch dort muss er erkennen, dass sein Unfallgegner nun im Besitz wichtiger (und obendrein illegal erworbener) Dokumente von ihm ist. Ein erbitterter Kleinkrieg beginnt.

Nach dem vergleichsweise leichtfüßigen „Notting Hill“ versucht sich Roger Michell nun an einem eher sperrigen Moraldrama und erzielt dank einer bestens aufgelegten Besetzung (auch William Hurt, Sydney Pollack und Amanda Peet sind mit von der Partie) beachtliche Unterhaltungsqualitäten.

Der Wall-Street-Anwalt Gavin Banek und der Versicherungsangestellter Doyle Gipson, beide auf dem Weg zu einem wichtigen Termin vor Gericht, bauen beim Spurwechsel einen Unfall. Der arrogante Banek lässt Gipson auf der Straße stehen und schafft es noch zum Termin, doch ohne seine Unterlagen. Es beginnt ein erbitterter Kleinkrieg zwischen den beiden.

Ein simpler Verkehrsunfall beim Spurwechsel zwischen dem elitären, arroganten Wall-Street-Anwalt Gavin Banek und dem geplagten schwarzen Versicherungsangestellten Doyle Gipson, beide auf dem Weg zu einem wichtigen Termin vor Gericht, endet im heftigen Klassenkampf. Banek lässt Gipson nach dem Zusammenstoß nämlich einfach auf der Straße stehen, übersieht dabei jedoch, dass er seinem Kontrahenten unabsichtlich wichtige Dokumente in die Hand gedrückt hat, die dieser nun nicht mehr gewillt ist herauszurücken…

Ein Verkehrsunfall beim Spurwechsel zwischen dem elitären, arroganten Wall-Street-Anwalt Banek und dem geplagten schwarzen Versicherungsangestellten Gipson führt zum Krieg zwischen beiden, zumal sich Gipson weigert, wichtige Dokumente herauszugeben, die ihm Banek versehentlich in die Hand gedrückt hat. Nachdenklicher Moralthriller von Roger Michell („Notting Hill“).

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Ein simpler Spurwechsel verursacht einen Autounfall, der die Schicksale zweier grundverschiedener Männern kollidieren lässt und beider Leben gründlich aus der Bahn wirft. Nach der gefälligen romantischen Komödie „Notting Hill“ wartet Michell hier mit einem erstaunlich nonkonformistischen Film auf, der für eine Mainstream-Produktion in punkto Story, Kameraarbeit und Musikzusammenstellung einige unerwartete Wege einschlägt und mit Samuel L. Jackson („Shaft“) und Ben Affleck („Pearl Harbor“) zwei Stars aufweist, denen man gerne durch das nicht immer bequeme Gestrüpp des nachdenklich stimmenden Moralthrillers folgt.

    Gleich die ersten einfallsreichen Einstellungen, die leicht zittrige Bilder von New Yorks Skyline (samt Trade Towers) unterlegt mit melancholischen Triphop-Klängen geben den Ton vor. In der Folge werden im eleganten Gegenschnitt die beiden zukünftigen, hinsichtlich sozialer Schicht und ethnischer Herkunft kontrastierenden Kontrahenten vorgestellt. Gavin Banek (Affleck) ist ein elitärer Wall-Street-Anwalt, der sich auf dem Weg zum Gericht befindet, um (unlauter erhaltene) Dokumente zu präsentieren, die seiner Firma Kontrolle über eine millionenschwere Wohltätigkeitsorganisation verleihen würden. Der Versicherungsangestellte Doyle Gipson (Jackson) hingegen, ebenfalls en route zum Gerichtsgebäude, hofft beim Familienrichter das Fortziehen seiner Exfrau und seiner Söhne zu verhindern. Unterwegs machen die beiden unliebsame Zufallsbekanntschaft, als ihre Autos zusammenstoßen. Banek wimmelt die Bitten des verzweifelten Gipson für eine Fahrt zum Gericht überheblich ab – „Mehr Glück beim nächsten Mal“ – und lässt ihn stehen. Er ahnt allerdings nicht, dass er Gipson versehentlich die wichtigen Dokumente in die Hand gedrückt hat. Beide sind nun in einer äußerst prekären Lage. Gipson hat seinen Termin verpasst, und Banek kann ohne die Unterlagen womöglich sogar im Gefängnis landen. Es beginnt ein erbitterter persönlicher Kleinkrieg, der eine Kettenreaktion in Bewegung setzt.

    Die Drehbuchautoren Chap Taylor und Michael Tolkin („The Player“, „Deep Impact“) skizzieren beide Männer überaus menschlich mit gravierenden Charakterschwächen und vermeiden es bewusst, die Sympathiewaagschale aus der Balance geraten zu lassen. Banek ist gedankenlos, selbstgefällig, lügt ohne mit der Wimper zu zucken, schaltet einen Computerhacker ein, der Gipson finanziell ruiniert. Und doch regt sich in ihm das schlechte Gewissen, das ihn ermutigt, seine Fehltritte wieder gut zu machen. Gipson dagegen, der zunächst alles immer „auf die richtige Art machen“ will, ist ein ehemaliger Alkoholiker, mit entzündbarem Temperament, der laut Aussage seines besten Freundes „chaossüchtig“ ist. In seiner blinden Wut wird er Fremden gegenüber handgreiflich und spielt mit dem Gedanken, Banek umzubringen. Doch letztlich gewinnt auch sein guter Kern Oberhand.

    Der Reiz des zügig inszenierten psychologischen Dramas im Deprie-Look liegt in der meisterhaften Charakterbeschreibung der beiden Figuren, deren Reaktionen und Gegenreaktionen trotz Kontraste auch ihre Parallelen verdeutlichen. Sowohl Jackson als auch Affleck, der in anderen Filmen gerne etwas steif wirkt, liefern eindringliche schauspielerischen Leistungen. Unterstützt werden sie von einer kompetenten Besetzungsriege, die von Sydney Pollack als hochgestellter Rechtsverdreher, der überzeugt ist, „am Ende des Tages mehr Gutes als Schädliches getan“ zu haben, über Toni Collette als Baneks ehemalige Geliebte und Amanda Peet als Baneks Ehefrau zu William Hurt als Gipsons AA-Sponsor reichen. Ein intensives Menschenporträt voller Paradoxe ist das Ergebnis, das Roger Michells „Falling Down“-Prämisse auf geradezu genialische Weise variiert und ausreizt. ara.

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