Schwere Jungs


  1. Ø 4
   2006
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Filmhandlung und Hintergrund

Schwere Jungs: Success Story der bayerischen Art vom "Wer früher stirbt, ist länger tot"-Regisseur.

Seit er denken kann, steht Möchtegern-Bobfahrer Gamser im Schatten seines großen Konkurrenten, dem Dorfler. Doch 1952, dem Jahr der Olympischen Winterspiele in Oslo, will er es noch einmal wissen. Mit drei Freunden aus Jugendtagen schafft er die Qualifikation für Olympia, die auch sein hochdekorierter Erzrivale in der Tasche hat. Doch nur ein Team hat eine reelle Chance auf eine Medaille.

Bobfahrer Gamser aus Garmisch-Partenkirchen stand schon immer im Schatten vom Dorfler, einem einflussreichen Brauereibesitzer. Doch 1952, dem Jahr der Olympischen Winterspiele in Oslo, stampft er mit seinen drei Freunden aus Jugendtagen einen wettbewerbsfähigen Vierer-Bob aus dem Boden und schafft das Unmögliche – die Qualifikation für Olympia, die auch sein Erzrivale in der Tasche hat. Doch vor Ort wird den Kontrahenten schnell klar, dass nur ein Team eine reelle Chance hat, eine Medaille für Deutschland nach Hause zu bringen.

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Kritikerrezensionen

  • Mit dem kurzweiligen Nachfolger seines Sleeper-Hits „Wer früher stirbt, ist länger tot“ empfiehlt sich HFF-Absolvent Marcus H. Rosenmüller für höhere Aufgaben.

    Kaum hat Marcus H. Rosenmüllers Erstling, die bajuwarisch-makabre Komödie „Wer früher stirbt, ist länger tot“, die Eine-Million-Besucher-Hürde genommen, da ist auch schon ein Nachfolger des Überraschungshits 2006 in Sicht. „Schwere Jungs“ heißt er, bedient das gleiche Genre und ist dank der leichtfüßigen Inszenierung und der eingängigen Story kommerziell sogar noch höher einzuschätzen als der Vorgänger. Die Handschrift von Shooting Star Rosenmüller, der hier im Gegensatz zu „Wer früher stirbt…“ nur Regie führte und ein Drehbuch von Philipp Roth adaptierte, ist dennoch deutlich zu erkennen: Der virtuose Umgang mit den Darstellern, das aufmerksame Ohr für pointierte Dialoge und das exakte Gespür fürs Timing. Erzählt wird im Grunde eine Success Story wie man sie aus US-amerikanischen Filmen bereits dutzendweise her kennt: Seit er denken kann, steht der Möchtegern-Bobfahrer Gamser (sympathischer Newcomer: Sebastian Bezzel) aus Garmisch-Partenkirchen, ein Underdog wie er im Buche steht, im Schatten seines großen Konkurrenten, dem Dorfler, einem einflussreichen Brauereibesitzer (adäquater Widerpart: Nicholas Ofczarek). Doch 1952, dem Jahr der Olympischen Winterspiele in Oslo, will er es noch einmal wissen. Gemeinsam mit seinen drei Freunden aus Jugendtagen stampft der Gamser einen wettbewerbsfähigen Vierer-Bob aus dem Boden und schafft das Unmögliche – die Qualifikation für Olympia, die natürlich auch sein hochdekorierter Erzrivale in der Tasche hat. Doch vor Ort in Oslo wird den beiden Kontrahenten schnell klar, dass nur ein Team eine reelle Chance hat, eine Medaille für Deutschland nach Hause zu bringen. Und so raufen sich der Gamser und der Dorfler zusammen und stellen gemeinsam eine siegfähige Mannschaft zusammen – mit sensationellem Erfolg.

    Gerade die Auflösung des Plots, der auf wahren Gegebenheiten basiert, unterscheidet diese „schweren Jungs“ von vergleichbaren US-Produktionen. Denn hier ist es eben nicht der Stärkere, sondern der Klügere, der Kompromissbereite, der letztlich den Sieg davonträgt. Doch wichtiger als diese pathetische Botschaft ist die Tatsache, dass diese Komödie kaum Schwächen zeigt, das Kolorit der fünfziger Jahre amüsant überzeichnet eingefangen und bayerische Lebensart mit all ihren Klischees – von der Blasmusik über derbes Abwatschen bis hin zu orgiastischen Wettfressen – ausgewalzt wird. Rosenmüller ist sich auch nicht zu schade, den einen oder anderen Gag bis zur Schmerzgrenze auszureizen – wie etwa homosexuelle Anspielungen, deren Opfer ein wild grimassierender Bastian Pastewka als stocksteifer Delegationsassistent von Hase ist. Das Publikum der 40. Hofer Filmtage, die „Schwere Jungs“ eröffnen durfte, hat diesen nostalgischen Ritt durch den Eiskanal mit frenetischem Applaus quittiert. Vielleicht auch deshalb, weil das Ganze weniger Sportkomödie als vielmehr in den guten alten Zeiten schwelgendes Feelgood-Movie ist. lasso.

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