Der Husar auf dem Dach


  1. Ø 5
   1995
Der Husar auf dem Dach Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Frankreich 1832: Husarenoberst Angelo, der als italienischer Freiheitskämpfer in Frankreich Schutz gesucht hat, lernt in einem von Cholera verseuchten Landstrich Pauline de Théus kennen. Er bietet ihr seine Dienste an. Gemeinsam mit ihr macht er sich auf den Weg durch das Todesgebiet. Neben einigen Abenteuern erwartet die beiden eine große Liebe.

Südfrankreich 1832. Auf der Flucht vor den Österreichern hat es den italienischen Freiheitskämpfer Angelo nach Aix-En-Provence verschlagen. Dort entkommt der Husarenoberst seinen Häschern zum wiederholten Male und trifft schließlich in dem kleinen Dorf Manosque auf die geheimnisvolle Pauline. Da diese sich ebenfalls nur auf der Durchreise befindet – sie sucht ihren verschollenen Mann – bietet Angelo ihr als echter Ehrenmann seine Dienste an. Gemeinsam machen sie sich auf den gefährlichen Weg durch das choleraverseuchte Frankreich.

Der italienische Freiheitskämpfer Angelo sucht Zuflucht in Frankreich und in den Armen der schönen Pauline. Gemeinsam trotzen sie der Cholera und dem Krieg. Opulenter Mantel- und Degen-Film vom „Cyrano de Bergerac“-Regisseur.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Gegen diesen Offizier und Gentleman war der erste Ritter der letzte Rüpel. Dynamisch, furchtlos und hilfsbereit schlägt sich Husar Angelo in einem vierbändigen Zyklus des französischen Romanciers Jean Giono durch das 18. Jahrhundert. Das Hauptwerk, „Der Husar auf dem Dach“, hat Jean-Paul Rappeneau mit dem höchsten Budget der französischen Filmgeschichte (rund 52 Mio. Mark) in Cinemascope und mit epischem Atem adaptiert. Aufwand und Ergebnis harmonisieren eindrucksvoll, handelt es sich hier doch um Ereigniskino mit Stil, Anspruch und hohem Unterhaltungswert. Rappeneau, der schon mit „Cyrano von Bergerac“ einen Literaturklassiker publikumswirksam angerichtet hatte, straffte die Vorlage, schuf durch eigene Handlungsstränge eine stringentere Dramaturgie. Das 135minütige, dank kontinuierlichem Bewegungsmotiv fast hyperaktive provenzialische Roadmovie beginnt 1832 in Aix-en-Provence. Husarenoberst Angelo (Olivier Martinez, der Graffiti-Freak aus „IP5“), der als italienischer Freiheitskämpfer in Frankreich Schutz gesucht hat, wird von österreichischen Mordbrennern aus seinem Schlupfwinkel gejagt. Die Suche nach Verbündeten treibt ihn durch ein Land, das die Cholera zum Massengrab gemacht hat. In einem Klima von Todesangst und Hysterie begegnet ihm Pauline de Théus (wahrer Engel: Juliette Binoche). „Madame, habt keine Furcht, ich bin ein Edelmann“, stellt er sich der Schönen vor – und sein Rittertum ist kein hohles Versprechen, sondern anstrengendes Programm. Auf ihrem gemeinsamen gefährlichen Weg erwarten die beiden eine tödliche Epidemie und ein wachsendes Gefühl, das nicht ausgesprochen, geschweige denn gelebt werden darf. Rappeneaus mit oft prächtigen Natur-Tableaus wuchernder Film gehört nur dem Titel nach ins klassische Mantel-und-Degen-Genre. Mit Leichenbergen sorgt die Cholera hier für Hiebe und Stiche, die sonst die Menschen setzen. Diesem unsichtbaren, häßlichen Feind stellt sich der Husar aufopferungsvoll entgegen – eine im modernen Kino selten gesehene Zelebrierung des vergessenen ritterlichen Ideals. Ein humaner Film ist dieser „Husar…“ geworden – von Rappeneau ohne Pathos, Melodramatik und oft gegen gängige Handlungsmuster inszeniert. Manches im Mittelpunkt Erwartete wird ins Off verlegt, der Fantasie des Zuschauers überlassen. Erzählerisch und thematisch ist dieser Film damit ambitionierter, aber auch etwas sperriger als der offen romantische und abenteuerverliebte „Cyrano“. Die lyrische Langnase lockte bei uns mehr als eine Mio. Zuschauer in die Kinos. Eine Wiederholung dieses Ergebnisses wäre wünschenswert, wenn auch ein echter Husarenstreich. kob.

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